Das Lichtsignal Typ HL Kompaktsignal der Deutschen Reichsbahn (DR) für Spur G ist eine maßstabsgetreue Nachbildung des originalen WSSB-Kompaktsignals, wie es historisch am Ausfahrtssignal 675 des Berliner S-Bahnhofs Treptower Park eingesetzt wurde. Das Modell deckt die Epochen IV bis VI ab und richtet sich an Modellbahner, die ihre Spur-G-Anlage mit vorbildgerechter ostdeutscher Eisenbahnsignaltechnik ausstatten möchten. Die charakteristische flache Kastenbauweise mit rechteckigem Kompaktschirm und Matrix-Anordnung der Optiken entspricht dem Original des Herstellers WSSB (Werk für Signal- und Sicherungstechnik Berlin) in technisch korrekter Ausführung.
Das Signal wird als Bausatz geliefert und ist anschlussfertig vorverdrahtet. Die Kabelführung erfolgt intern über einen integrierten Kabelschacht, sodass nach dem Aufbau ein sauberes, authentisches Mastbild entsteht. Der umsetzbare Sockel ermöglicht eine flexible Montage an unterschiedlichen Positionen der Anlage. Im Lieferumfang sind zudem beschriftbare Kennzeichenschilder enthalten, die mit einem Klarlacküberzug gegen Witterungseinflüsse geschützt sind.
Das Herzstück des Signals ist der ab Werk integrierte NMRA-DCC-Decoder, der die vollständige HL-Signalsequenz von Hl1 bis Hl13 beherrscht. Dazu zählen das Rangiersignal Ra12 (zwei weiß leuchtende Lichter in nach rechts steigender Anordnung), das Ersatzsignal Zs1 (weißes Blinklicht für Vorbeifahrt mit maximal 40 km/h) sowie die vollständige Vorsignal-Logik für 40, 60 und 100 km/h. Die Signalbilder werden über Standard-Weichenadressen (DCCext) gesteuert; die CV13-Belegung ist werkseitig voreingestellt und wählt zwischen Einheitssignalbelegung und Hauptsignalbelegung. Programmierungen sind per CV, POM oder Register möglich, und ein externer Programmierschalter wird unterstützt.
Die technische Umsetzung der einzelnen Signalbilder ist vorbildgerecht und präzise realisiert: Hl13 (Halt) zeigt ein einzelnes rotes Licht mittig oder leicht nach links versetzt; bei Defekt der Haupt-Rotlampe schaltet die Ersatzrot-Automatik selbstständig eine zweite Rotlampe ein. Hl1 signalisiert Fahrt mit Vmax über ein ruhig grün leuchtendes Oberlicht, Hl2 Fahrt mit 100 km/h ebenfalls bei grün leuchtendem Oberlicht. Hl3a zeigt Fahrt mit 40 km/h (grün oben, gelb unten), Hl3b kennzeichnet 60 km/h durch einen zusätzlichen gelben Lichtstreifen. Blinkende Signalbilder werden durch Sternform-Ansteuerung realisiert; alle Lichtbilder sind durch die optimierte Decoder-Ansteuerung vollständig flackerfrei. Der Signalstörungs-Status 'gestört' ist über DCCext 66 abrufbar. Das Kennlicht (einzelnes weißes Licht) signalisiert die vorübergehende betriebliche Abschaltung des Signals.
Der Decoder arbeitet im Spannungsbereich 7–27 V DC/DCC bzw. 5–18 V AC und ist damit mit jeder NMRA-DCC-konformen Zentrale kompatibel. Im Analogmodus übernimmt die interne Steuerlogik den Signalablauf automatisch, ohne dass eine Digitalzentrale erforderlich ist. Die Stromaufnahme beträgt im Grundbetrieb 5 mA (ohne Funktionsausgänge); der maximale Funktionsstrom liegt bei 0,5 A pro Ausgang, der maximale Gesamtstrom bei 1,5 A. Die Stellwerks-Anbindung ist standardmäßig kompatibel mit WSSB-Gleisbildstellwerken vom Typ GS II DR und GS III. Zusätzlich verfügt der Decoder über eine integrierte Zugbeeinflussungsfunktion.
Das Gehäuse besteht aus wetterfestem Kunststoff und ist beständig gegen Feuchtigkeit, Staub und Temperaturschwankungen. Der zertifizierte Betriebstemperaturbereich reicht von -40 bis +85 °C, was einen ganzjährigen Einsatz auf der Gartenbahn auch unter extremen klimatischen Bedingungen ermöglicht. Die wartungsfreien LEDs sind für den Dauerbetrieb ausgelegt und erfordern keinen Leuchtmittelwechsel. Die abgekanteten Ränder des Kompaktschirms dienen gleichzeitig als Blend- und Witterungsschutz und entsprechen damit der Funktion des Originals. Die flache Kastenbauweise reduziert die Windangriffsfläche, was dünnere Mastprofile ermöglicht und das vorbildgerechte Erscheinungsbild des Betonmastes unterstützt.
Das HL-Kompaktsignal eignet sich besonders für Anlagen mit eingeschränkten Platzverhältnissen und Modulübergängen. Historisch wurde dieser Signaltyp bevorzugt in dicht bebauten S-Bahn-Netzen wie Berlin, Leipzig oder Rostock eingesetzt, wo konventionelle Formsignale aus Platz- oder Sichtbarkeitsgründen nicht realisierbar waren. Auch für Streckenelektrifizierungen, bei denen Formsignale durch Oberleitungsbau ersetzt werden mussten, sowie für Werksbahnnetze des ostdeutschen Braunkohletagebaus ist das Modell historisch korrekt verwendbar. Wer eine Spur-G-Anlage mit authentischer DR-Signaltechnik der Epoche IV–VI betreibt, findet im ML-Train 83804635 ein technisch vollständig ausgestattetes Signal, das ohne Eigenentwicklung direkt nach dem Aufbau in Betrieb genommen werden kann.
Die werkseitig voreingestellte CV13-Belegung bedeutet, dass nach dem Anschluss an die DCC-Zentrale alle Signalbilder sofort über die bekannten Weichenadressen schaltbar sind – ohne aufwendige Decoder-Programmierung. Die vollständige HL-Signallogik inklusive Vorsignalfunktion, Ersatzrot-Automatik und Kennlicht ist betriebsbereit vorhanden und verleiht Ihrer Anlage den Detailgrad, den ein anspruchsvoller Modellbahner der Epoche IV–VI erwartet.
Bedienungs- und Bauanleitung